Ein großer Topf dicker Gemüsesuppe ist wie das Leben.
Ganz unterschiedliches ist da drin:
süßes und bitteres, kräftiges und zartes,
oft Reste der letzten Tage,
und manchmal schwimmt auch Undefinierbares in ihr mit. Eine solche Suppe braucht Würze, braucht Salz.
Jesus sagt: „Ihr seid das Salz der Erde“.
Er sagt es zu seinen Jüngern, sie hat er gemeint.
Wir können uns nun verweigern und sagen:
Wir haben diese Suppe doch nicht gekocht.
Außerdem schwimmt da manches Fragwürdige mit.
Eine solche Suppe salzen wir nicht.
Dann aber sind wir traurige Suppenkaspar!
Und die Suppe schmeckt ohne uns fad.
Umgekehrt könne wir aber auch sagen:
Jetzt zeigen wir es mal den anderen
und versalzen ihnen die Suppe!
Weder Verweigerung noch Boshaftigkeit,
sondern behutsames Abschmecken der Suppe
und Salzen mit Fingerspitzengefühl:
das ist die Aufgabe der Christen.
„Ihr seid das Salz der Erde“.
Jesus traut und mutet uns als seinen Jüngern
Verantwortung und … achtsame Zurückhaltung zu.
Reinhold Walter